
Mostar, Herzegowina
Mostar Reiseführer
Mostar liegt beidseitig der Neretva, in einem engen Flusstal, das im Sommer heiß und trocken ist. Die Alte Brücke ist der Grund, warum die meisten kommen, aber die Stadt trägt mehr als das.
Mostar im Überblick
Mostar ist die größte Stadt der Herzegowina und liegt an der Neretva, deren türkisfarbenes Wasser aus den Bergen im Norden kommt. Die Altstadt gruppiert sich um die Stari Most, die osmanische Steinbrücke, nach der die Stadt benannt ist, denn "most" bedeutet Brücke. Beide Ufer sind mit engen Gassen, Kupferwerkstätten und Steinhäusern gesäumt, die im 16. und 17. Jahrhundert entstanden sind.
Die Kernaltstadt ist klein und in ein bis zwei Stunden zu Fuß erfassbar. Was Mostar zu einem längeren Aufenthalt macht, sind die Umgebung: die Herzegowina mit ihren Weinbergen und Tabakfeldern, die Flüsse Buna und Bregava mit Wasserquellen und Derwischklöstern, und die Berge, die die Stadt von drei Seiten umschließen.
Nützliche Fakten
- Region
- Herzegowina, im Neretva-Tal
- Flughafen
- Mostar International Airport, klein, wenige Direktflüge; Sarajevo oder Dubrovnik oft praktischer
- Empfohlener Aufenthalt
- Ein bis zwei Nächte, mehr mit Tagesausflügen in die Herzegowina
- Währung
- Konvertible Mark (BAM), an den Euro gekoppelt
- Fortbewegung
- Altstadt zu Fuß, sonst Auto oder organisierte Tagesausflüge
Warum solltest du nach Mostar?
Die Stari Most ist eines der bekanntesten Bauwerke Südosteuropas, ein einzelner Steinbogen aus dem Jahr 1566, der 1993 im Krieg zerstört und 2004 originalgetreu wiederaufgebaut wurde. Sie steht seither auf der UNESCO-Welterbeliste, zusammen mit der Altstadt darum herum. Doch Mostar ist auch ein guter Ausgangspunkt für die Herzegowina, eine Region mit eigenem Klima, eigenem Wein und eigenem Tempo, das sich deutlich von Zentralbosnien unterscheidet.
- Die Stari Most und die osmanische Altstadt, dicht, kompakt und fotogen zu jeder Tageszeit
- Ein trockeneres, wärmeres Klima als der Rest des Landes, mit Wein- und Tabakanbau in der Umgebung
- Tagesausflüge zu den Flussquellen bei Blagaj, dem Wasserfall Kravice und der Stadt Počitelj
- Ein kompaktes Zentrum, das sich gut mit einem Auto als Basis für die ganze Herzegowina verbinden lässt

Wie lange solltest du in Mostar bleiben?
Eine Nacht reicht, um die Altstadt und die Brücke bei Tageslicht und am Abend zu sehen, wenn die Tagesgruppen abgereist sind. Für die meisten Reisenden ist das die richtige Dosis, denn die Kernaltstadt ist klein.
Zwei oder drei Nächte lohnen sich, wenn du die Herzegowina als Region erleben willst: einen Tag für Blagaj und Počitelj, einen weiteren für Kravice oder die Weinberge um Čitluk. Mostar eignet sich dann als feste Basis, von der aus alles in weniger als einer Stunde erreichbar ist.
Die besten Dinge, die du in Mostar unternehmen kannst
- Die Stari Most früh am Morgen überqueren, bevor die Tagesgruppen aus Dubrovnik und Split ankommen
- Am Abend zurückkehren, wenn das Licht weicher ist und die Kupferwerkstätten geschlossen haben
- Durch die Kujundžiluk-Gasse schlendern, die traditionelle Kupferschmiede und Souvenirstände säumen
- Von der Koski-Mehmed-Pascha-Moschee aus über die Altstadt und die Brücke blicken
- Nach Blagaj fahren, wo die Buna direkt aus einer Felswand entspringt und ein Derwischkloster daneben liegt
- Nach Počitelj fahren, einer osmanischen Festungsstadt an einem Hang über der Neretva
- Den Wasserfall Kravice besuchen, besonders im Frühling, wenn die Wassermenge am größten ist
- Herzegowinischen Wein probieren, insbesondere Žilavka und Blatina, die in der Region angebaut werden
Wo du in Mostar übernachtest
Auch hier geht es um Lage, nicht um konkrete Häuser, denn wir buchen keine Unterkünfte.
- Direkt an der Altstadt, beidseitig der Brücke: am nächsten an allem, im Sommer laut und tagsüber voller Tagesgruppen, abends deutlich ruhiger.
- Etwas weiter westlich, jenseits des kroatischen Teils der Stadt: ruhigere Apartments, kurzer Fußweg oder Fahrt zur Altstadt.
- Am linken, östlichen Ufer der Neretva: näher an lokalem Alltag statt Tourismus, meist günstiger.
- Außerhalb der Stadt, Richtung Blagaj oder Čitluk: nur mit Auto sinnvoll, dafür ruhiger und näher an den Tagesausflugszielen.
Für eine landesweite Übersicht siehe Unterkunft in Bosnien.
Anreise nach Mostar
Der Flughafen Mostar ist klein und wird nur von wenigen Strecken direkt angeflogen. Die meisten Reisenden kommen daher über Sarajevo, Dubrovnik oder Split an und fahren von dort mit dem Bus, dem Zug oder dem Auto weiter.
- Mit dem Zug: die Strecke Sarajevo–Mostar ist eine der landschaftlich schönsten des Landes und folgt der Neretva durch enge Schluchten.
- Mit dem Bus: regelmäßige Verbindungen aus Sarajevo, Split, Dubrovnik und Zagreb, die Fahrzeit aus Sarajevo liegt bei etwa zwei bis drei Stunden.
- Mit dem Auto: die Straße von Sarajevo folgt größtenteils der Neretva und ist gut ausgebaut. Aus Dubrovnik führt die Route über die kroatische Küste und einen Grenzübergang.
Detaillierte Streckeninformationen findest du unter Unterwegs in Bosnien.
Wie Mostar in eine Bosnien-Reiseroute passt
Mostar liegt fast genau zwischen Sarajevo und der kroatischen Küste, weshalb es sich gut als Zwischenstation eignet, egal in welche Richtung du reist. Von Sarajevo aus ist es der naheliegende nächste Halt, von Dubrovnik oder Split aus der erste Einstieg in Bosnien.
Die 7-Tage-Bosnien-Route nutzt Mostar und die Herzegowina als zweiten Teil der Reise, nach Sarajevo. Wer nur wenige Tage hat, kombiniert Mostar oft direkt mit einem Abstecher an die kroatische Küste.
Beste Reisezeit für Mostar
Mai, Juni und September sind die angenehmsten Monate, mit warmen Tagen und ohne die Hitze des Hochsommers. Juli und August sind im Neretva-Tal sehr heiß, oft über 35 Grad, und die Altstadt füllt sich in der Mitte des Tages mit Tagesgruppen von der Küste.
Der Winter ist mild im Vergleich zu Sarajevo, aber die Stadt ist dann deutlich ruhiger, viele Cafés und Geschäfte reduzieren ihre Öffnungszeiten. Frühling und Herbst eignen sich zudem am besten für den Wasserfall Kravice, dessen Wassermenge im Sommer merklich sinkt.
Praktische Tipps für Mostar
- Bargeld bleibt nützlich, besonders in kleineren Cafés und bei den Kupferwerkstätten in der Altstadt.
- Die Steinplatten auf der Brücke sind glatt poliert und im Regen rutschig, besonders in Sandalen.
- Tagesgruppen aus Dubrovnik und Split treffen meist gegen Mittag ein und bleiben bis zum späten Nachmittag.
- Die Herzegowina ist im Sommer sehr trocken, Sonnenschutz und Wasser sind auf Tagesausflügen wichtig.
- Für Blagaj, Počitelj und Kravice ist ein Auto deutlich flexibler als organisierte Ausflüge, die Distanzen sind gering.
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