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Leere Straße durch bewaldete Berge in Zentralbosnien

Bosnien und Herzegowina

Bosnien Reiseführer

Ein kleines Land mit langen Straßen durch die Berge. Was in eine Reise gehört, hängt mehr von der Route als von der reinen Liste der Ziele ab.

Bosnien und Herzegowina im Überblick

Bosnien und Herzegowina liegt auf dem westlichen Balkan, zwischen Kroatien im Norden und Westen, Serbien im Osten und Montenegro im Südosten. Ein schmaler Küstenstreifen bei Neum ist der einzige Zugang zum Meer, ansonsten ist das Land von Bergen geprägt, die sich von der zentralbosnischen Dinariden-Kette bis in den Süden der Herzegowina ziehen.

Auf der Landkarte wirkt das Land klein genug für eine kurze Reise. Auf der Straße zeigt sich schnell, warum das täuscht. Es gibt kaum Autobahnen, viele Hauptstraßen führen über Pässe, und eine Strecke, die auf der Karte eine Stunde dauert, kann in der Praxis deutlich länger brauchen. Wer die Distanzen unterschätzt, verbringt seine Reise eher im Auto als an den Orten, die er eigentlich sehen wollte.

Das Land gliedert sich politisch in zwei Entitäten, die Föderation Bosnien und Herzegowina und die Republika Srpska, dazu kommt der Sonderbezirk Brčko. Für Reisende ist diese Aufteilung im Alltag kaum spürbar, außer an manchen Grenzschildern und in kleinen Unterschieden bei Beschilderung und Verwaltung.

Praktische Eckdaten

Hauptstadt
Sarajevo
Währung
Konvertible Mark (BAM), an den Euro gekoppelt
Sprachen
Bosnisch, Kroatisch, Serbisch, gegenseitig verständlich
Beste Reisezeit
Mai bis Juni und September bis Oktober
Einreise
Für viele EU-Bürger ohne Visum mit gültigem Personalausweis oder Reisepass

Regionen, die sich unterscheiden

Die Herzegowina im Süden ist trocken, warm und mediterran geprägt, mit Weinbau um Mostar und Trebinje und Kalkfelsen entlang der Neretva. Zentralbosnien und der Norden sind grüner, kühler und bewaldet, mit Flüssen wie der Vrbas und der Una und Nationalparks, die sich klar von der Herzegowina unterscheiden.

Diese Unterschiede sind der Grund, warum eine Reise, die nur Sarajevo und Mostar verbindet, ein anderes Bosnien zeigt als eine, die auch den Norden oder die Nationalparks einschließt. Beides ist richtig, es kommt darauf an, was du sehen möchtest.

Steinhäuser und Trockenmauerterrassen in der Karstlandschaft der Herzegowina
Karstlandschaft in der Herzegowina, typisch für den Süden des Landes.

Wie lange solltest du bleiben?

Eine Woche reicht für eine sinnvolle erste Reise: Sarajevo, Mostar und die Herzegowina lassen sich in dieser Zeit ohne Hetze verbinden. Zehn Tage bis zwei Wochen erlauben es, entweder den Norden mit Banja Luka und Jajce oder einen der beiden Nationalparks dazuzunehmen.

Wer weniger als fünf Tage hat, sollte sich auf eine Region beschränken, meist Sarajevo mit einem kurzen Abstecher nach Mostar, statt zu versuchen, das ganze Land in zu wenig Zeit zu sehen.

Die wichtigsten Ziele

  • Sarajevo, die Hauptstadt, mit osmanischer Altstadt, österreichisch-ungarischem Zentrum und Bergen direkt vor der Stadt
  • Mostar und die Herzegowina, mit der berühmten Brücke, Blagaj und den Weinbergen um Trebinje
  • Banja Luka und der Norden, praktischer Ausgangspunkt bei Anreise aus Zagreb
  • Jajce, eine Festungsstadt am Zusammenfluss zweier Flüsse, gut als Zwischenstopp
  • Der Nationalpark Una im Nordwesten, mit Wasserfällen und Flusssport
  • Der Nationalpark Sutjeska im Südosten, mit Urwald und den höchsten Bergen des Landes

Eine vollständige Übersicht mit Details zu jedem Ort findest du unter Reiseziele.

Anreise nach Bosnien

Der internationale Flughafen Sarajevo bedient eine überschaubare Zahl europäischer Ziele. Viele Reisende kommen stattdessen über Zagreb, Split, Dubrovnik oder Belgrad an und reisen von dort mit dem Bus oder Auto weiter. Diese Route funktioniert gut, weil die Grenzübergänge auf den Hauptstrecken meist unkompliziert sind.

Innerhalb des Landes verbindet ein dichtes Busnetz die größeren Städte, während ein Auto vor allem für Nationalparks und ländliche Gegenden in der Herzegowina sinnvoll ist. Mehr dazu in Unterwegs in Bosnien.

Beste Reisezeit

Mai, Juni, September und der frühe Oktober bieten das angenehmste Klima: warme Tage, kühlere Abende und deutlich weniger Andrang als im Hochsommer. Juli und August sind in der Herzegowina heiß und in Mostar sowie an den Wasserfällen entsprechend voll.

Der Winter ist in Sarajevo und den Bergen eine eigene, funktionierende Saison mit Schnee und Skibetrieb, während er in der Herzegowina eher mild und regnerisch ausfällt. Details zur Wahl der Jahreszeit stehen im Reiseführer-Bereich.

Praktische Hinweise

  • Die konvertible Mark ist an den Euro gekoppelt, Euro werden aber nicht überall direkt akzeptiert
  • Bargeld bleibt wichtig, besonders in kleineren Orten, Bäckereien und auf Märkten
  • Bosnisch, Kroatisch und Serbisch sind gegenseitig verständlich, Englisch reicht in touristischen Orten meist aus
  • Straßen durch die Berge sind kurvig, plane für Fahrten mehr Zeit ein, als die Distanz vermuten lässt
  • Die beiden Entitäten des Landes sind für Reisende im Alltag kaum spürbar

Wie eine Reiseroute zusammenkommt

Die klassische Route verbindet Sarajevo, Mostar und die Herzegowina in einer Richtung, ohne dass man denselben Weg zweimal fährt. Wer aus Zagreb anreist, beginnt oft im Norden mit Banja Luka oder dem Una-Nationalpark, fährt über Jajce nach Sarajevo und von dort weiter nach Süden. Ein Beispiel für diese Struktur zeigt die 7-Tage-Bosnien-Route, weitere Varianten nach Reiselänge findest du unter Reiserouten.

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Häufige Fragen zu Bosnien

Wie viele Tage braucht man für Bosnien?
Eine Woche reicht für Sarajevo, Mostar und die Herzegowina. Zehn Tage bis zwei Wochen erlauben zusätzlich den Norden oder einen Nationalpark.
Ist Bosnien teuer?
Im Vergleich zu Westeuropa ist Bosnien insgesamt günstig, besonders bei Essen und Unterkunft außerhalb der touristischen Zentren.
Braucht man ein Visum?
Für viele EU-Bürger ist die Einreise mit gültigem Personalausweis oder Reisepass ohne Visum möglich. Prüfe die aktuellen Regeln für dein Land vor der Reise.

Lass uns deine Bosnien-Route zusammenstellen.

Sag uns, wie viel Zeit du hast und woher du anreist. Wir entscheiden, welche Regionen hineinpassen und in welcher Reihenfolge sie Sinn ergeben.

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